Küchenchef Steffen Kimmig
süddeutsche Kreativität in Köln.
"Die professionellste Einfachheit liegt im Weglassen von Dingen, die man aber kennen muss," sagt Kimmig und beweist diese Philosophie mit einer saisonal wechselnden, experimentierfreudigen und kreativen Karte. Nur was die Disziplin angeht, ist Kimmig ganz traditioneller Küchenchef und verlangt von allen Mitarbeitern - auch und besonders in der Küche - 120%igen Einsatz und eine saubere und gepflegte Erscheinung. Er setzt dabei in Küche, Barbereich und Service auf die Berufskleidung von BP - denn ebenso wie bei seinen kulinarischen Ideen schätzt er "die wohltuende und inspirierende Melange aus bester Qualität, guten Ideen und überzeugenden Lösungen!".
Kimmig weiß, wovon er spricht. Von der Pike auf hat er das Handwerk und die Kunst der guten Küche gelernt. Von Kehl am Rhein aus haben ihn seine Wanderjahre unter anderem in die "Sonne" in St. Peter geführt, der Einstieg in die Sterne- Küchen. Danach ging es über das "Hessler" in Frankfurt nach München-Heidhausen, wo er zweieinhalb Jahre im "Massimiliano" in Zusammenarbeit mit ehemaligen Witzigmann-Mitarbeitern zum Küchenchef aufstieg.
Drei Jahre im „Tantris“ folgten - "der Geburtsstätte des deutschen Küchenwunders" so Kimmig - wo er von Köchen wie Hans Haas, Jo Gasser und vor allem Eckart Witzigmann lernen durfte. Dieser engagierte Kimmig danach als persönlichen Assistenten, um mit ihm zusammen neue Rezepte für seine Bücher zu entwickeln. "Dieses Jahr mit Witzigmann war das anregendste, entspannteste und kreativste in meinem Leben." sagt Steffen Kimmig über diese Zeit. Heute sind Kimmig das Wohlgefühl seiner Gäste und die Vermeidung von Schwellenängsten wichtiger als Sterne und Auszeichnungen.
Geräumig, hell, freundlich, transparent und schnörkellos - das "Kap am Südkai" ist ein für gehobene Küchen gänzlich untypisches Restaurant am südlichen Ende der Kölner Innenstadt: Als krönender Abschluss des ultramodernen neuen Kölner Rheinauhafens ist das Restaurant mit dem schüchternen Zusatz "Bistro, Bar, Lounge" weit mehr als nur ein Geheimtipp. Steffen Kimmig machte in wenigen Jahren aus den Räumlichkeiten einer Zweckgastronomie eine feste Kölner Institution für eine unaufgeregte, frische und überraschende Küche.
"Meine Wurzeln sind französisch, meine Leidenschaft mediterran." sagt Kimmig. Und fügt hinzu, dass er die "ganze Gänseleber-Nummer mit ChiChi" nicht mehr so spannend fände, und er deshalb als eigener Chef seine Küche sehr geerdet angelegt habe: "Ein gutes Essen besteht aus 3 Komponenten. Ein Stück Fleisch oder Fisch – superfrisch und gut zubereitet. Eine schlichte Beilage, die ebenso gut schmeckt wie aussieht. Und eine tolle, leichte Sauce. Fertig."



























